WAS IST REITTHERAPIE?

Reittherapie wirkt ganzheitlich – ins „Spüren“ kommen, statt nur im „Denken“ bleiben
Ein essenzieller Teil der pferdegestützten Therapie ist es Veränderungen nicht nur zu verstehen, sondern auch zu erleben und in den Alltag zu integrieren. Die Arbeit mit dem Pferd, vereint körperliche, emotionale und soziale Ebenen. Die Bewegung des Pferdes, der Körperkontakt und die Interaktion fördern die Wahrnehmung des eigenen Körpers und stärken das Gefühl für Balance und Stabilität. Gleichzeitig wird durch den Umgang mit dem Pferd eine klare und bewusste Körpersprache entwickelt, was sich positiv auf Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit auswirkt. Im therapeutischen Verlauf können unter anderem Konzentration, Ausdauer sowie grob- und feinmotorische Fähigkeiten gefördert werden. Auch Frustrationstoleranz und emotionale Regulation werden gestärkt. Ängste und belastende Erfahrungen können in einem geschützten Rahmen und im eigenen Tempo bearbeitet werden.
Reittherapie setzt dort an, wo herkömmliche und rein gesprächsorientierte Methoden an ihre Grenzen kommen.

Das Pferd als Co-Therapeut
Pferde verfügen als Fluchttiere über eine besonders feine Wahrnehmung für Körpersprache, Spannung und emotionale Zustände. Diese Sensibilität wird in der Reittherapie gezielt genutzt. Das Pferd reagiert unmittelbar und wertfrei auf sein Gegenüber und gibt dadurch eine ehrliche Rückmeldung, die im therapeutischen Prozess hilfreich eingesetzt werden kann. In der Begegnung mit dem Pferd entsteht eine Beziehung, die von Vertrauen, Klarheit und Präsenz geprägt ist. Viele Menschen erleben diese Form des Kontakts als entlastend, weil nichts „richtig“ oder „falsch“ sein muss. Das Pferd nimmt sein Gegenüber so an, wie es gerade ist und reagiert darauf. In der Arbeit mit dem Pferd werden, ohne viele Worte, innere Prozesse sichtbar. Verhalten, Haltung und Emotionen spiegeln sich in der Reaktion des Tieres wider und können gemeinsam reflektiert und eingeordnet werden. So entsteht ein direkter Zugang zu eigenen Gefühlen und Verhaltensmustern. Als Co-Therapeut unterstützt das Pferd dabei, eigene Muster zu erkennen, Grenzen wahrzunehmen und neue Erfahrungen zu machen.
Die Arbeit mit dem Pferd eröffnet einen unmittelbaren und sehr ehrlichen Zugang zu inneren Prozessen – und genau das macht sie so wirkungsvoll.

Therapiesetting
Das therapeutische Reiten erfolgt bei mir gebisslos, mit Reitpad und Therapiegurt. Reiterliche Vorerfahrung ist nicht notwendig. Die Arbeit kann sowohl auf dem Pferd als auch vom Boden aus stattfinden. Neben dem Reiten selbst spielen auch Elemente wie Putzen, Führen oder die allgemeine Versorgung des Pferdes eine wichtige Rolle.
Die Reittherapie kann bei schönem Wetter auf dem Reitplatz, im Roundpen oder im Gelände mit Blick auf die Alpen stattfinden. Bei schlechtem/kalten Wetter steht uns eine überdachte, geschlossene Reithalle zur Verfügung. Bei ungemütlichen Temperaturen nutzen wir den windgeschützten Innenputzplatz zur Vor- bzw. Nachbereitung des Therapiepferdes. Begleitpersonen können sich gerne während der Therapiestunde in dem beheizten Stüberl mit WIFI-Anschluss, Kaffeeautomat und Blick auf die Pferdeherde aufhalten. WC ist vorhanden.
Es handelt sich NICHT um Reitunterricht.